Worth Watching: Beyond Tellerrand Talk von Dan Mall über Responsive Design

Dan Mall ist ein amerikanischer Creative Director, Berater und Autor (Pricing Design, A Book Appart). Das folgende Video stammt von der Beyond Tellerrand Konferenz in Düsseldorf 2014 (Konferenz über kreatives Web Design, Developement und vieles mehr).

In seinem Talk spannt Dan Mall den Bogen zwischen Project Management und Responsive Webdesign. Diese beiden Disziplinen scheinen auf den ersten Blick zwar wenig Gemeinsamkeiten aufzuweisen, Mall schaff es dennoch. Anhand Beispielen von verschiedenen Arbeitsabläufen zeigt er auch, dass wenn verschiedene Teammitglieder (Designer, Developer, UX, Content Strategen) miteinander verzahnt an Prozessen arbeiten, eine bessere Usability für den User gewährleistet wird. Diese Denkweise lässt sich auch für Responsive Design ableiten: Wenn die einzelnen Bausteine miteinander interagieren, ist Responsive Design gar nicht so schwer anwendbar, wie vielleicht gedacht.

Was Content Strategen von Dan Mall lernen können

1)     Der Unterschied zwischen einem Prozess und einem Framework: Bei einem Prozess ist jeder Schritt geregelt (Beispiel: Fliessbandarbeit), Ein Framework gibt ein gewisses Regelwerk und mögliches Ziel vor, die Abläufe jedoch sind emergent und führen zu ungeahnten neuen Ergebnissen. Content Strategen sollen mit Routinen brechen: Teams und Workflows neu arrangieren (z.B. Step-by Step von Wasserfall-Projektmanagement zu Agile Projektmanagement).

2)     Shine bright like a Diamond: Agiles Projektmanagement aber auch Responsives Design profitieren vom Überlappen von Phasen. Wenn nicht jeder einzeln seine Tasks abarbeitet, sondern es gemeinsame Überlappungsphasen gibt, dann entstehen in den divergierenden Phasen neue kreative Ideen mit vielerlei Expertenwissen (UX arbeitet mit Content Stratege und Entwickler zusammen). Dieser Ansatz verläuft grafisch wie ein Diamant. In Anlehnung an den Design Thinking Cycle.

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3)    Präsentier‘s richtige, spar Zeit und bau’s nicht selber: Die Meinung des Kunden ist Dan Mall sehr wichtig. Er zeigt dem Kunden nicht irgendwelche Prototypen, sondern führt den Kunden an sein Wunschdesign heran. Als Content Stratege kann man dies als eine geführte Art von Card Sorting interpretieren. Der Designer zeigt dem Kunden Webseiten von anderen Brands und fragt spezifisch nach: „Ist dies zu verspielt?“, „Gefällt Ihnen die Art der Navigation?“ oder „Würde diese Tone of Voice zu Ihrer Marke passen?“. Erst wenn der Kunde Fragen wie diese beantwortet, kreiert Mall darauf basierend Wireframes und Dummies. Mit diesem geführten Designerarbeitungsprozess wird viel weniger für den Abfalleimer produziert als zuvor. Ein weiterer Ansatz ist die Präsentation von möglichen Deliverables als horizontale Element Collage. Dabei werden verschieden Umsetzungen vom gleichen Element nebeneinander dargestellt: Der Unterschied im Kontext wird schneller ersichtlich und der Kunde sieht gleich eine grosse Auswahl auf einen Blick und kann priorisieren.

4)    Mach’s responisve – pack's in Boxen: Responsives Design kann auf den ersten Blick komplex und kompliziert daherkommen. Dan Mall abstrahiert das Thema, in dem er die einzelnen Inhalte in Boxen packt und diese je nach Priorität kleiner und grösser darstellt. Dies hilft ihm beim programmieren in Responsive Design. Als Content Stratege hilft es, einen Schritt zurückzugehen und Content in seiner Abstraktheit zu begutachten: Inwiefern stimmt die Themensetzung und Platzierung von Inhalten mit der Strategie überein? Stimmen Gewichtungen, gibt es zu viele bzw. zu wenige Inhalte zu einem spezifischen Thema etc.?